Ein Leben ohne Ansehen – Arm gegen Reich!?

Heute geht es mal um Themen wie den Wert von uns Menschen, ein Leben ohne Ansehen, Arm gegen Reich, wie du das Leben nicht sehen solltest und wieso wir um die Welt reisen und unser Leben in Deutschland aufgegeben haben.

Der Grund zu diesem Beitrag ist folgender Kommentar, welchen wir kürzlich unter einem unserer YouTube Videos bekommen haben:

Habe mir total viele Videos die letzten Wochen von euch angesehen. Mal eine Frage, aber bitte nicht falsch verstehen: Ihr wart ja Fahrer für Pakete in Deutschland. Glaubt ihr, wenn ihr eine bessere Ausbildung zu Hause gehabt hättet oder bessere Jobs, dass ihr nicht auf Weltreise gegangen wärt? Versteht das jetzt bitte nicht, als ob ich mich über eure Jobs lustig machen will. Mich würde nur interessieren ob das ganze für euch „Schicksal“ war oder Flucht von einem Leben mit Jobs ohne großes Ansehen.

Dazu muss man nun sagen, dass Jessica bei einem großen und renommierten Kieferorthopäden in Köln gearbeitet hatte und ich bei UPS, aber dort eben nicht als Fahrer!
Da bin ich mir nun nicht sicher, ob die Person dachte, dass alle Menschen bei UPS, DHL und Co. „Fahrer für Pakete“ sind!? Hinter solch einer Dienstleistung bzw. dem Dienstleister dahinter, stehen etliche Positionen, die sich vermutlich kaum jemand vorstellen kann.
Aber das nur am Rande!

Wir sind auf jeden Fall „nur“ 2 ganz normale Menschen, die ihr Leben leben!

Auf Weltreise um einem Leben ohne Ansehen zu entfliehen?

Wir wissen bzw. vermuten, dass sich die Person wirklich nicht lustig machen wollte über unsere normalen Jobs und uns auch nicht angreifen wollte, aber die Tatsache, wie diese Person das Leben und Menschen wertet, veranlasste uns zu folgender Antwort und eben auch zu diesem Blogpost zum Thema Leben ohne Ansehen!

…Kein Problem, du darfst fragen was du magst.
Wir wollten aus einem System heraus, in welchem Leute über das Ansehen von Jobs diskutieren oder überhaupt nachdenken.
Das Leben in Deutschland war uns zu oberflächlich, man macht sich hier Gedanken was der Nachbar denkt oder andere, teils wildfremde Menschen (Social Media…).
Man soll immer IN und ein HIPSTER sein und immer muss es das Neueste vom Neuen sein.
Statussymbole sind gehyped, egal ob Handy, die neuen Nikes, die schicke Louis Vuitton Tasche oder auch der Job, der in der heutigen Zeit als Statussymbol missbraucht wird.
Wir haben gut verdient (und wir konnten immer gut mit dem Geld umgehen und somit viel sparen), sonst könnten wir die Reise ja nicht machen.
Das hatte bei uns nichts mit „Ansehen“ von Jobs zu tun (von uns hat auch niemand Pakete ausgetragen, wobei ein UPS Zusteller in der Regel auch weit über 2.000€ verdient, was ja nicht total schlecht ist, wenn auch es noch ein „normaler“ Job ist).
Wir haben gespürt, dass es da draußen mehr für uns geben muss und da wollten wir hin.
Wir spürten, dass uns etwas fehlt.
Nicht nur träumen, sondern Träume leben!
Hoffe du bekommst die Antwort auch nicht in den falschen Hals.
Jeder muss mit seinem Leben, welches aus Job, Umfeld, Hobbys und vielem mehr besteht, glücklich sein.
Wir sind nun glücklich und bereuen keine Sekunde unsere Entscheidung. Jeder hat Träume und die sollte er versuchen zu erreichen. Wir alle haben nur 1 Leben! Let’s live it!
Ganz liebe Grüße und dir noch ein wundervolles Wochenende, Daniel und Jessi

Eigentlich hatten wir gedacht, dass unsere Ansicht zum Thema klar wäre und man zusammen mit unseren alten Videos und Blogposts auch wüsste, wie wir denken und wieso wir auf eine Weltreise, bzw. unsere persönliche Lebensreise, aufgebrochen sind.

Über ein Leben ohne Ansehen und ähnliche Dinge hatten wir uns nie Gedanken gemacht!

Ist Bildung oberflächlich?

Auf unsere Antwort bzw. auf unseren Kommentar bekamen wir dann auch schnell eine Rückantwort:

Danke euch für eure ausführliche Antwort.
Aber ich finde, dass Deutschland da noch eher entspannter ist. Schaut mal nach China.
Ohne Uni ist man dort nichts und die Familie würde es Kindern wohl nicht erlauben, einfach irgendetwas zu machen. Der Leistungsdruck ist in Asien noch viel höher.
Ich finde auch nicht, dass Bildung oberflächlich ist.
Wo wären wir denn ohne Ärzte, Ingenieure usw.?
Dass man als Mensch mit Arbeiterbackground bzw. aus einfachen Familien kommend einfach um die Welt reist, hat mal wohl nur in der westlichen Welt.

Und genau solche Dinge und Momente meinen wir immer, wenn wir sagen „Darum sind wir raus in die Welt“.
Es wird direkt wieder verglichen, Dinge werden falsch dargestellt usw.
Nie hatten wir gesagt, dass Bildung oberflächlich ist.
Bildung ist wichtig… mehr als nur wichtig!

Bildung, Titel, Geld – ist dies der Wert des Menschen?

Natürlich wollten wir darauf auch antworten, denn unserer Meinung nach sieht diese Person, wie auch viele andere Menschen in der westlichen Welt, einige Dinge „falsch“.
Unsere Ansichten sind zumindest einfach anders:

Naja, genau sowas meinen wir.
Dieser Vergleich…
Du vergleichst direkt das Leben in Deutschland mit dem in China!
Es gibt immer besser/schlechter/anders, aber wieso Vergleiche ziehen und aufstellen?

Man muss mit seinem eigenen Leben zufrieden sein.
Man selbst muss glücklich sein.
Egal wie das ausschaut und egal wie andere es machen!

Wir sagten nie, dass Bildung oberflächlich sei.
Natürlich ist Bildung wichtig, aber darum ging es doch auch nicht, oder?

Ein Chirurg zum Beispiel kann sich bei einem Unfall die Hände sehr schwer brechen und seinen Job nie wieder ausführen.
Ändert diese Tatsache den Menschen? Nein!
Der Titel des Chirurgen ist nur ein Titel… eine Hülle.
Werte niemals Menschen oder urteile niemals über Menschen auf Grund von Titeln, dem jeweiligen Status, Zahlen auf dem Konto etc.!
Dies ist einfach ein großer Fehler!

Ein Arzt ist auch nur ein Mensch, genau wie die Bedienung an der Kasse vom Supermarkt.
Wir alle sind MENSCH…

Tausche ein gute Position gegen die Badehose

Schau mal:
Ich (Daniel) habe einige Monate vor der Weltreise das Angebot bekommen, in meinem Nebenjob stellvertretender Geschäftsführer zu werden, natürlich dann Vollzeit und in Festanstellung.
Pro: VIEL Geld und später eben auch die Position des Geschäftsführers.
Con: Mehr Stress, mehr „Leistungsdruck“, weniger Zeit, weniger Freiheit…

Ich entschied mich für die eigene Freiheit, ein komplett freies Leben, so wie wir es uns immer gewünscht und erträumt haben.
Ich tauschte somit die Aussicht auf eine gute Position gegen die Badehose (überspitzt ausgedrückt, denn heute arbeite ich mehr als damals in beiden Jobs zusammen und als jemals zuvor in meinem Leben)!
Was hätte ich von einem „Titel“, wenn ich so nun ein freies und selbstbestimmtes Leben leben kann?
Muss ich mir über ein Leben ohne Ansehen Gedanken machen? NEIN!!!

Es ist perfekt so und der Schritt, vor dem so viele Menschen Angst haben, da sie nicht wissen was kommt (und somit bleiben sie lieber in dem Leben, welches sie ja eigentlich unglücklich macht), war für uns genau die richtige Wahl!

Nicht nur bezogen auf unsere Reise, denn viele Menschen haben schon Angst den Job zu kündigen, den sie nicht mögen, weil sie nicht wissen was kommt und davor auch wieder Angst haben!

Aber wer nicht tätig wird, kann auch nichts verändern!

Aus einfachen Familien kommend die Welt bereisen?

Und zum Thema „aus einfachen Familien“…:
Was soll das bedeuten?
Wir Menschen sind wie gesagt alle gleich. Ich denke du siehst die Welt mit falschen Augen.
Wir haben Menschen nie nach Reichtum, Titeln und Co. „bewertet“… sondern nach deren Aktionen bzw. ihren Handlungen.

In unseren noch „jungen“ Jahren begegneten wir (vor allem nun auf der Reise) vielen Menschen die Arm waren, aber mehr als herzlich und gütig.
Ebenso begegneten wir einigen Menschen, die Millionenschwer waren, mehr als reich und die ebenso nett, freundlich, normal und bodenständig waren und selbst sagten, dass sie ganz normal seien und nicht besser oder schlechter als jeder andere Mensch auch.

Der arbeitslose und abgebrannte Mensch in der „Gosse“ und auch der steinreiche Mensch der nun sein Geld „für sich arbeiten lässt“ – kein Unterschied!
So sollte es immer sein…


Geld regiert meist die Welt, das ist leider eben so.
Das Problem ist hier nur, dass das Geld oftmals komische Ansichten formt und auch den Charakter der Menschen verformt (oftmals eben zum negativen hin).
Viele Menschen sind, wenn sie plötzlich reich oder wohlhabend sind, nicht mehr die selben Menschen.
Sowas ist bitter…

Dazu kommt, dass uns die Medien erzählen oder auch falsche Ansichten der Eltern, die sie schon von ihren Eltern übertragen bekamen, was sein muss, wie es sein muss oder auch wie wir zu sein haben.
Vieles davon ist einfach Quatsch, Müll und altbacken!

Wir Menschen sind alle gleich – egal ob reich oder nicht.
Wir sollten uns nicht durch Zahlen auf dem Konto, materielle Güter, Studium, Ausbildung und Co. definieren!

Eine kleine Gechichte zum Thema Arm gegen Reich

Um mal etwas am Bild von Arm gegen Reich zu Rütteln:

Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit in ländliches Gebiet, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.
Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: „Wie war dieser Ausflug?“
„Sehr interessant!“ antwortete der Sohn.
„Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?“
„Oh ja, Vater, das habe ich gesehen.“
„Was hast du also heute gelernt?“ fragte der Vater.
Und der Sohn antwortete: „Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört.
Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne.
Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.“
Der Vater war sprachlos.
Und der Sohn fügte noch hinzu: „Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind.“


In diesem Sinne:
Wir alle haben ein Leben und dieses eine Leben endet irgendwann für uns alle.
Jeder sollte das beste aus seinem Leben machen, was auch immer das für die einzelne Person bedeutet.
Wir sollten nicht zu viel werten/vergleichen, anderen Menschen gegenüber unvoreingenommen sein und alle Menschen gleich behandeln!

Wir können dir dazu auch die Bücher des *Dalai Lamai* empfehlen!
Sehr wertvoll – aber es gibt noch so viele andere tolle Bücher in diese Richtung gehend!

Viele liebe Grüße


Unsere Angst vor einem Leben ohne Ansehen!?

Dies waren unsere Worte zum Thema.
Vor einem Leben ohne Ansehen haben wir keine Angst, denn wir sind ganz normale Menschen, wie du und alle dort draußen.
Egal ob wir besondere Titel besitzen oder eben nicht, ob wir Arm oder Reich sind oder aus welchen Verhältnissen wir auch kommen!
Es zählen schlicht und einfach Taten und wie wir uns als Menschen verhalten!

Es ist super und nötig, dass es Ärzte und Ingenieure gibt, aber ebenso wichtig sind die Menschen mit den „normaleren“ Jobs, egal ob an der Tankstelle, der Kasse am Supermarkt, im Friseursalon oder oder oder…

Wichtig ist, dass wir sehen, dass wir alle in einer Sache gleich sind:
WIR SIND MENSCH


Wir können unterscheiden ob wir Menschen anderen Menschen helfen, Gutes tun oder ob wir Menschen schaden.
Ein Arzt der Menschen hilft oder jemand der Menschen quält oder gar ermordet… darin sollen wir unterscheiden.

Aber nicht ob jemand mit dem Titel als XYZ ein besserer Mensch ist als jemand mit einem „normalen Job“.
Auch sollte man sich niemals etwas auf materielle Güter, Schönheit oder Geld auf dem Konto einbilden.
Alles ist vergänglich, kommt und geht…
Auch „Ansehen“ ist oftmals vergänglich, daher ist uns auch ein Leben ohne Ansehen mehr als ausreichend. 🙂

Die Geschichte vom Glück

Was für uns persönlich zählt ist GLÜCK.
Momente in denen wir uns glücklich fühlen, Begegnungen und Menschen (egal ob Arm oder Reich) die uns glücklich machen und mit denen wir uns gern umgeben, Momente und Eindrücke welche wir nie vergessen, weil sie schön oder einzigartig waren.

Darum sollte es im Leben gehen.

Nicht nur wenn man in der Welt unterwegs ist wie wir, sondern auch wenn man zu Hause in seinem eigenen Leben und Alltag ist.
Das Leben hat viele Momente zu bieten, die uns lächeln lassen und das Glück spüren und einfangen lassen.
Wir müssen nur die Augen offen halten, diese Momente erkennen und versuchen die Momente und Menschen die uns nicht gut tun, zu meiden.


Irgendwann gelangt jeder an das Ende seines Lebens und wir für unseren Teil hoffen, dass wir dann die Augen schließen, auf schöne Momente zurückblicken und denken:
Mit allen Höhen und Tiefen die das Leben eben zu bieten hat – ES WAR SCHÖN!

Wir hoffen dir und euch mit Texten wie diesem, Bildern und Worten auf Instagram, Facebook,den YouTube Videos und Co. etwas geben zu können und auch etwas zu hinterlassen.
Unterhaltung, Ablenkung, Reiseinspiration oder einfach Momente wie diesen, die hoffentlich etwas in euch verändern!
Dies soll unser Beitrag sein!


Abschließen möchte ich diesen Beitrag mit einer weiteren kurzen und leicht abgewandelten Geschichte von Heinrich Böll, die zum nachdenken anregen kann und die wir, wenn ich mich recht erinnere, hier schon einmal im Blogbereich vorgestellt haben.

Es ist folgende Geschichte:

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen europäischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte.
Der Fischer hatte einige riesige Thunfische geladen.
Der Banker gratulierte dem Fischer zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht hätte.
Der Fischer antwortete: „Ein paar Stunden nur. Nicht lange.“
Daraufhin fragte der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben sei, um noch mehr zu fangen.
Der Fischer sagte, dass ihm die Fische reichten um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen.
Der Banker wiederum fragte: „Aber was tun Sie denn mit dem Rest des Tages?“
Der Fischer erklärte: „Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen; spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe ins Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden und geniesse mein Leben.“
Der Banker erklärte: „Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen, bis Sie eine ganze Flotte haben. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten Sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Madrid oder Berlin und vielleicht sogar London umziehen, von wo aus Sie dann Ihr florierendes Unternehmen leiten.“
Der Fischer fragte: „Und wie lange wird dies alles dauern?“ Der Banker antwortete: „So etwa 15 bis 20 Jahre vielleicht“.
Der Fischer fragte: „Und was dann?“
Der Banker lachte und sagte: „Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit ihrem Unternehmen an die Börse gehen; ihre Unternehmensteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen.“
Der Fischer sagte: „Millionen. Und dann?“
Der Banker erwiderte: „Dann könnten Sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit ihren Kindern spielen, eine Siesta mit ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit ihren Freunden Gitarre spielen und einfach ihre Rente geniessen.“
Während der Banker dies aussprach, zogen sich seine Mundwinkel nach unten und er trottete nachdenklich von dannen.


In diesem Sinne habt ein wundervolles Leben!
Hat euch der Beitrag gefallen, freuen wir uns sehr, wenn ihr ihn mit Familie, Freunden, auf Facebook, Twitter und Co. teilt!

Alles Liebe,
Daniel und Jessica

Pandawa Beach - Die schönsten Strände auf Bali

4 Gedanken zu “Ein Leben ohne Ansehen – Arm gegen Reich!?

  1. Ich hab das Gefühl ihr habt die Frage falsch verstanden und reagiert hier etwas über.
    Ein Job als Arzthelferin oder bei UPS bekommt man nun mal schnell ohne Studium, Einstellungsverfahren, besonderen ABI-Schnitt und 1.000 Mitbewerber. Hier ist es also viel einfacher „mutig“ zu sein weil man so einen Job eben bei einer Rückkehr nach Deutschland auch recht einfach wieder bekommt. Wenn man sich einen Job aber hart erkämpft hat, durch Auswahlverfahren, Einstellungstest etc. gegangen ist und wirklich gut verdient, überlegt man sich natürlich viel besser ob man das „hinschmeißt“ weil man diese Jobs dann so schnell (erst recht mit einer riesen Lücke im Lebenslauf) nicht wiederbekommt.
    Darum sind man bei Shows wie Goodbye Deutschland eben auch häufig Leute die hier in Deutschland eher „gescheitert“ sind und dann ihr Glück wo anders suchen. (Was ja auch völlig legitim ist)
    Die Frage ist also eher ob ihr eben auch auf Reise gegangen wärt, wenn hier in Deutschland mehr für euch auf dem Spiel gestanden hätte, ihr Wohneigentum gehabt hättet, lange Jahre für eure Jobs euch durch Abitur und Studium gekämpft hättet etc.
    Und ich finde immer etwas schade, dass es kein grau gibt. Entweder man ist der totale Weltenbummler, Minimalist, legt absolut kein Wert auf Materielles will einfach nur glücklich sein, kann quasi mit Luft und Liebe leben oder man ist quasi der feige Spießer, der aus dem System nicht ausbrechen will, angeblich unglücklich und im Hamsterrad ist, nur für seinen Job , Status und Anerkennung lebt, oberflächlich ist und in Sauß und Braus lebt wo nur materielle Dinge zählen.
    Das ist immer irgendwie so schade, weil es auch ganz viel dazwischen gibt. Man kann auch in einem festen und gutbezahlten Job in Deutschland glücklich sein, minimalistischer leben, gerne Reisen viel Sparen und sich dann vielleicht mit 60 ein Leben in Thailand, Spanien etc. finanzieren weil man eben Wohneigentum wieder verkauft, sich um Altersvorsorge etc. gekümmert hat…

    1. Hallo liebe Maren.
      Danke für deinen super langen und ehrlichen Kommentar!

      An für sich versucht jeder Mensch sein persönliches Glück zu finden und einfach ein glückliches Leben zu führen.
      Ist Person A auf einer Weltreise glücklich, dann ist dies super.
      Ist Person B glücklich mit Studium, gut bezahltem Job, Eigenheim und vllt. Urlauben oder was auch immer, dann ist dies genau so toll.

      Der Fakt oder Aufreger in der Diskussion war eher der Punkt, dass eben verglichen und vermutet wurde.

      Wir spürten, dass draußen in der Welt unser Glück liegt.
      Hätten wir in Deutschland super gut bezahlte Jobs gehabt (aber auch vermutlich viel mehr Stress) und wir wären damit glücklich gewesen, dann wären wir natürlich nicht losgezogen und hätten die Jobs gekündigt!
      Hätten wir jedoch die super gut bezahlten Jobs gehabt (egal ob stressig oder nicht) und hätten dann gespürt, dass wir raus wollen, in der Welt unser Glück liegt und es einfach irgendwo mehr gibt (man spürt es, kann es aber kaum greifen oder in Worte fassen), dann wären wir genau so vorgegangen.
      ALLES verkaufen und los!

      Da sind wir uns sicher.
      Jeder Mensch hat vor Augen was ihn glücklich macht, was er sich wünscht, wie er sein Leben leben möchte!
      Und dann tut er dafür was getan werden muss (weiß) oder eben nicht (schwarz).
      Und ja, dann gibt es grau!
      Die einen handeln, die anderen ergeben sich und die grauen wollen ihr Leben immer etwas ändern, aber haben Ängste, Sorgen, Zweifel…

      Und mal ganz im Ernst:
      Auch jemand der Studiert hat, den bomben Job, aber raus in die Welt will, kann es machen.
      Vielleicht lässt er sich freistellen… und wenn nicht, kündigt er eben.

      A kann er mit Glück wieder einen super Job bekommen – da kommt es wieder drauf an, wie hart man kämpft.
      B merkt er, wie schön und simpel das Leben sein kann und vielleicht reicht ihm auch ein „normaler Job“
      C möchte er vielleicht nicht zurück und sucht sich im Ausland einen Job, macht sich Selbständig oder oder oder…

      Der springende Punkt ist einfach, dass wenn man Wünsche und Träume hat, diese auch leben sollte!
      Wie wir immer sagen, hat man genau ein Leben!
      Niemand lebt unendlich und wir finden man sollte das eine kurze Leben so glücklich gelebt haben, wie es nur geht!

      Wir zwingen niemandem unsere Meinung auf.
      Jeder kann sagen „Nee, das ist nichts für mich“, ich bin happy in meinem Job, mit Wohnung oder Haus usw…
      Niemand muss so leben wie wir es tun.

      Es freut uns wenn wir Menschen inspirieren…

      Und um die Diskussion dann zu beantworten oder unsere klare Meinung nochmals dazu zu äußern:
      Ja, auch mit super Jobs wäre es uns leicht gefallen – vermutlich noch leichter, da wir noch mehr Geld gehabt hätten.
      So war der Absprung aus dem System und weg vom „normalen“ denken schwieriger, so ist unsere Meinung.

      Wir wünschen dir ein wundervolles Wochenende und nochmals lieben Dank für deine Meinung, Ansicht und den Austausch!

      Ganz liebe Grüße, auch von Jessi,
      Daniel

      P.S.: Vergiss niemals, dass du nur ein Leben hast! Frage dich immer, wie möchte ich wirklich leben.
      Viele Menschen nehmen nämlich einfach das Leben an welches vorgelebt wurde, z.B. der Eltern und hinterfragen nie bzw. fragen sich niemals: WAS WILL ICH WIRKLICH!

  2. Ich konnte den Artikel gar nicht bis ans Ende lesen, da mich die Kommentare aufregen. Als ob jeder davonläuft aus Deutschland nur weil er das „rigide“ und „verbohrte“ Leben dort nicht leben will. Ich habe 2 Universitätsabschlüsse (Staatsexamen) mit Master obendrauf und das mit sehr guten Noten (falls noch irgendjemand Einwände hat). Und man stelle sich mal vor, dass ich auch nach 3 Jahren aus meinem sehr gut bezahlten Staatsjob ausstieg, um auf Reisen zu gehen. Leider gibt es da auch kein Ende mehr, da ich nach ortsunabhängiger Selbstständigkeit wirklich keinen Grund mehr sehe in ein Leben in Gefangenschaft zurückzukehren. Und an alle, die immer noch glauben, dass Deutschland das gelobte Land sei: Ich kenne auch Ärzte, Anwälte, Lehrer, Pharmazeuten und zahlreiche andere Akademiker, die aus Deutschland abgehauen sind. Und das hat nichts mit dem Erfolg zu tun, sondern mit der Tatsache, dass dieses Land einfach total verbohrt ist und jeden Mensch kategorisiert, der anders denkt und aussieht! Wer den Staat weiter füttern will, soll das bitte tun. Ich bin fertig und das seit mehr als 5 Jahren….Gott bin ich froh! Und für alle, die immer noch glauben jeder läuft weg vor dem „tollsten Land“ der Welt, dem sei gesagt, dass man seinen Akademikerjob auch im Ausland ausüben kann, wenn man fließend Englisch und weitere Sprachen spricht…Mich regen solche Kommentare richtig auf! Als ich nach 2,5 Jahren auf Besuch nach DE zurückgekehrt bin, hat mich alles nur aufgeregt. Aber anders als früher habe ich kein Blatt mehr vor den Mund genommen und auch einem Arzt die Meinung gegeigt, der meinte er hätte das Recht über mich zu urteilen, nachdem er mit fachlicher Unkenntnisse glänzte. Deutschland muss endlich lernen, dass es auch noch andere Länder auf der Welt gibt und sie nicht der zentrale Mittelpunkt von allem sind. Das Land nimmt sich viel zu wichtig und Menschen werden wie im Mittelalter noch nach Kleidung beurteilt. In Australien juckt es keinen wie man rumläuft, selbst wenn man nen Prof. Dr. Dr. hat. Die Wahrnehmung in diesem Land ist absolut verzerrt und jeder Hansel definiert sich über seine materiellen Besitztümer. Bildung und Intelligenz? Ist doch auch alles nur noch zweitrangig geworden! Sorry, musste mal sein und ich verstehe ganz genau was Ihr beiden meint! Die Denkweise kann man nicht mehr akzeptieren….

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